Konsum – Der „Führer“ des 21. Jahrhunderts?

Für die Wirtschaft und nicht für’s Leben lernen wir

Dass mit unserem heutigen abendländischen Bildungssystem etwas nicht in Ordnung ist, vermuten/spüren/befürchten wir schon seit langem. Dass sich unsere ganzes Leben hauptsächlich um Konsum und Arbeit dreht auch. Dass eine Gesellschaft, die auf Ausbeutung des Planeten und der auf ihm wohnenden Menschen zählt, nicht darauf hoffen kann, von ihren nachfolgenden Generationen für ihr Handeln besonders wertgeschätzt und im Alter liebevoll gepflegt zu werden, liegt ebenfalls auf der Hand.

Dass dieses Gesellschaft und die auf dem Planeten wohnenden Menschen ein und das selbe sind, mutet dennoch etwas skurril an. Rennen wir sehenden Auges in den Untergang? Befinden wir uns im freien Fall, wo sich bis zum Aufschlag, der unmittelbar bevorsteht, alles noch ganz gut anfühlt? Werden die Kinder des 21. Jahrhunderts auch einmal auf uns zeigen und uns (die Generation 40plus) fragen: „Was? Ihr hab von alldem nichts gewusst? Ihr habt in eurem Streben nach Gewinnmaximierung im großen wie im kleinen Stil nicht gesehen, was da vor eueren Augen ablief? Ihr habt nicht gewusst, dass ihr den Planeten ruiniert und damit unsere ganze Lebensgrundlage in Gefahr bringt? Waren euch Werte wie Menschlichkeit und Nächstenliebe zu belächelnde naive Vorstellungen von ein paar wenigen Idealisten? Habt ihr nie hinterfragt, wem oder was ihr da hinterher rennt?“

Wozu ist der Mensch da? Seine 70 bis 90 Jahre wie ein Tier zu fristen, das jeden Morgen auf die Weide getrieben wird, um zu konsumieren: Fragwürdige Bildung, wo es hauptsächlich darauf ankommt, wie man im neoliberalen Wirtschaftssystem am besten punkten kann und möglichst viele überholt? Fragwürdige Freundschaften über Smartphones und soziale Netzwerke ohne Verbindlichkeit geschweige denn mit Empathie. Fragwürdige Konsumgüter, die lt. Studien innerhalb von kurzer Zeit zu 99% auf dem Müll landen? Fragwürdige Medien einer ebenso konsumorientierten Musik-, Film- und Nachrichtenindustrie, die den Geist berieseln und jegliche Kreativität oder selbständiges Denken unterbinden?

Das untige Interview (der Begriff Verblödung hätte weniger inflationär eingesetzt werden können) mit Bernhard Heinzelmeier über sein neues Buch (Performer, Styler, Egoisten: Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben) ist ein weiteres Zeichen, dass wir – die Gesellschaft = die auf dem Planeten wohnenden Menschen – wirklich in die Gänge kommen müssten. „Alle wissen’s, aber keiner tut was“ weist auf ein Umsetzungsproblem hin, zu dessen Lösung entsprechend der Buchrezension von Barbara Weitzel in der Berliner Zeitung auch Herr Heinzlmaier nur eingeschränkte Lösungsansätze anbietet.

Ideen und Impulse darüber, wie man diesem Umsetzungsproblem begegnen kann, finden Sie in den diversen Beiträgen dieses Leisedenker-Blogs unter den Stichworten „Bildung„, „Gesellschaft„, „Hüther„, „Neurobiologie“ etc.

Verwiesen sei auch auf den Film Alphabet von Erwin Wagenhofer.


 

Aus: Die Welt, „Auf dem besten Wege in die absolute Verblödung“ von Christin Bohmann

Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier beklagt die zunehmende Verdummung der heranwachsenden Generation. Schuld sei ein Bildungssystem, in dem nur nach ökonomischen Aspekten unterrichtet werde.

Nichts für’s Leben, sondern für die Wirtschaft lernen wir – das ist die provokante These von Bernhard Heinzlmaier, der seit Jahrzehnten Deutschlands Jugend wissenschaftlich analysiert. Die systematische Verdummung der Jungen, die „mit begrenztem Horizont und engem Herz“ in eine unmenschliche Leistungsgesellschaft gedrängt werden, prangert er auch in seinem Buch: „Performer, Styler, Egoisten: Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben“ an. Der 53-Jährige ist Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien.

Die Welt: Herr Heinzlmaier, wie verblödet ist unsere Jugend?

Bernhard Heinzlmaier: Sie ist auf dem besten Wege, in die absolute Verblödung geführt zu werden. Wenn unser Erziehungs- und Bildungssystem nur noch nach den ökonomischen Gesichtspunkten von OECD und Pisa funktionieren muss, rechne ich den Jugendlichen keine guten Chancen aus.

Die Welt: Sie schreiben, dass die heutigen Bildungsstandards von der Wirtschaft diktiert würden. Was heißt das?

Heinzlmaier: Bei der Zusammensetzung der Bildungsinhalte zählt nur noch die wirtschaftliche Logik. Die Lehrinhalte werden danach ausgewählt, was später auf dem Arbeitsmarkt auf jeden Fall verwertbar ist. Seit Jahren findet in den Schulen eine Verlagerung zugunsten naturwissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Inhalte statt. Unterrichtsstunden in Musik, Literatur und Kunst werden gekürzt, weil diese Fächer kein im ökonomischen Sinne nützliches Wissen vermitteln.

Die Welt: Was ist mit alternativen Schulformen wie zum Beispiel Waldorfschulen?

Heinzlmaier: Das ist schlicht eine Flucht der gut gebildeten Mittelschichten, die weiter Wert auf eine umfassende, auch kulturelle Bildung legen. Die Alternativen zum staatlichen Bildungssystem sind da. Doch die kann sich eine vierköpfige Familie aus Berlin-Marzahn nicht leisten, also helfen sie nur den Reichen. Ich bin kein Illusionist. Technisches und arbeitsmarktorientiertes Wissen muss in den Schulen unbedingt vermittelt werden, aber nicht allein. Der Verzicht auf kulturelle Bildung wird unsere demokratische Grundordnung über kurz oder lang gefährden, weil der Nachfolgegeneration die politische Urteilsfähigkeit fehlt. mehr…

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Menschen-Bildung 2.0

Prof. Gerald Hüther beantwortet im Video folgenden Fragen:

  1. „Alle Kinder sind hochbegabt“ – was bedeutet das?
  2. Warum brauchen wir eine Kultur der Potentialentfaltung an unseren Schulen und was macht diese aus?
  3. Warum ist der Eintritt in die Schule für viele Kinder eine Enttäuschung?
  4. Viele beklagen, dass an unseren Schulen Leistungsdruck herrscht. Welche Haltung steckt dahinter und was macht Leistungsdruck mit unseren Kindern?
  5. Wie verändert sich die Rolle der Lehrer in einer Kultur der Potentialentfaltung? Sind Sie auch ein gefragter Ansprechpartner für Unternehmen? Was ist Ihre Erfahrung: Sind gute Abschlüsse und Noten Ihrer Ansicht nach noch wesentliche Faktoren für eine Einstellung bzw. gibt es bereits andere Kriterien?
  6. Was würden Sie Lehrern und Schulleitern, die „Schule im Aufbruch“ werden wollen, mit auf den Weg geben?

In Österreich finden Sie einschlägiges Material unter „Lernwelt.at„.

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Wie werden wir wieder Mensch?

Diese Frage ist verwirrend. Wieso ‚Mensch‘? Das sind wir doch schon, werden Sie sagen. Nein. Wir sind fortgeschrittene Säugetiere mit einer angeborenen Soziopathie, die manchmal weder die anderen noch man selbst wahrnimmt, die aber bestimmend für alles ist, was sich in der Welt und in unserem Leben abspielt.

Und wieso ‚wieder‘, fragen Sie. Ganz einfach – weil wir schon mal Mensch waren. Adam HaRishon waren wir, um genau zu sein. Wer ist denn das nun wieder? Nun, den kennen Sie sicher aus der Geschichte vom Paradies. Die mit Eva und dem Apfel und der Schlange…  HaRishon ist aber nicht der Familienname, sondern bedeutet ‚der Erste‘. Weiterlesen

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Madonna’s Speech – Billboard Woman of the Year 2016

Source: LYBIO.net
It was 1979 and New York was a very scary place. In the first year I was held at gunpoint, raped on a rooftop with a knife digging into my throat. And I had my apartment broken into and robbed so many times I just stopped locking the door. In the years to follow, I lost almost every friend I had to AIDS or drugs or gunshot.

As you can imagine, all these unexpected events not only helped me become the daring woman that stands before you. But it also reminded me that I am vulnerable. And in life, there is no real safety except for self-belief. And, an understanding that I am not the owner of my talents. There are no rules – if you’re a boy. There are rules if you’re a girl. If you’re a girl, you have to play the game. What is that game?

You’re allowed to be pretty and cute and sexy. But don’t act too smart. Don’t have an opinion – don’t have an opinion that is out of line with the status quo at least. You are allowed to be objectified by men and dress like a slut, but don’t own your sluttiness. And do not, I repeat do not: share your own sexual fantasies with the world. Be what men want you to be, but more importantly, be what women feel comfortable with you being around other men. And finally, do not age. Because to age is a sin.

You will be criticized – you will be vilified and you will definitely not be played on the radio. When I first became famous there were nude photos of me in Playboy and Penthouse magazine. Photos that were taken from art schools that I posed for back in the day to make money. They weren’t very sexy. In fact, I looked quite —

People say I’m controversial. But I think the most controversial thing I have ever done is to stick around. Michael is gone. Tupac is gone. Prince is gone. Whitney is gone. Amy Winehouse is gone. David Bowie is gone. But I’m still standing. I’m one of the lucky ones and every day I count my blessings.

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Lars Ruppel, Alter Schwede

Unglaublich! Schöpferisch, witzig, mathematisch, pointiert, mit spannenden Wendungen. Ein Meisterwerk an Dichtung und Vortrag! Zur Lars Ruppel-Website.

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Christoph Sieber „Ich will mich nicht gewöhnen“ – Gedanken zur Demokratie

Wenn auch Sie sich nicht an die Normalität gewöhnen wollen und dies auch ernst meinen, nutzen Sie das wichtigste Privileg der Demokratie, zur Wahl zu gehen. Egal zu welcher.

Es gibt Leute, die glauben, sich den Luxus leisten zu können, nicht zur Wahl zu gehen.. Dies ist meines Erachtens wenig durchdacht und zeugt von Undankbarkeit. Will heissen, dass man es nicht schätzt und nicht dankbar dafür ist, in einem Staat zu leben, in dem man seine Stimme abgeben darf. Es ist ja nicht so, dass man sich aussuchen konnte, wo man geboren wurde. Man könnte genauso in eine der korrupten Diktaturen hineingeboren worden sein. In dem Fall würde man sich nichts sehnlicher wünschen, als dass man wählen gehen könnte, und das Volk seine Meinung sagen und seine Politiker selber bestimmen darf.

Weiters hat das Nichtwählen Einfluss auf das Endergebnis: Angenommen 10 Personen müssten einen Politiker wählen. Aber nur 6 davon gehen zur Wahl. Davon wählen zwei Wähler die Person X und vier Wähler die Person Y. Person Y würde gewinnen. Insgesamt hätten demzufolge von den 100% Wahlberechtigten nur 40% Person Y gewählt. Nehmen wir weiter an, die 4 Nichtwählenden wären aber eher für Person X gewesen, dann hätte das Nichtwählen das Ergebnis verfälscht. Das Volk bekäme somit Politiker Y, mit dem jedoch 60% nicht einverstanden sind.

Genug davon. Ab etwa Minute 31:40 im Video verstehen Sie vielleicht besser, was ich meine.

Hier Christoph Sieber im Wortlaut.

„Ich will mich nicht gewöhnen, dass Deutschland Teil einer Kriegsmaschinerie ist. Ich will mich nicht gewöhnen, wenn der SPIEGEL schreibt, das Deutschland endlich in der Normalität angekommen ist, wenn es sich an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt.

Die Beteiligung an Kriegen darf nie Realität werden.

Ich kann es nicht glauben, dass Verteidigungsministerin von der Leyen, auf die Frage eines Journalisten, ob denn eine Fußball-WM 2018 in Russland tatsächlich denkbar wäre antwortet: „Deutschland wird auf jeden Fall schießendes Personal schicken“. Das ist nichts anderes als die Verharmlosung des Krieges.

Ich will mich nicht gewöhnen, dass in Europa das Recht des Stärkeren gilt, wenn Hunderttausenden der Zugang zu Gesundheit, Bildung und einem würdevollen Leben einfach verwehrt wird.

Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass die Würde des Menschen antastbar ist, denn die Würde des Menschen steht tagtäglich zu Zehntausenden bei der Tafel an, um unsere Reste zu essen.

Die Würde des Menschen krepiert vor Lampedusa und die Würde des Menschen stirbt im Krieg und zwar in jedem Krieg, weil der Krieg keine Würde kennt, nicht die der Täter und nicht die der Opfer.

Ich will mich nicht an die Barbareien der globalisierten Welt gewöhnen, die Ausplünderung armer Länder, die Waffenlieferungen, die Unterstützung brutalster Despoten und Diktatoren, ich will mich nicht flüchten in den Zynismus derer, die sagen: „Da kannste nichts machen, das war schon immer so“.

Ich möchte mich nicht abfinden, dass es so etwas wie Alternativlosigkeit gibt, weil es immer Alternativen gibt, weil es das Wesen der Demokratie ist, dass es sowas gibt, wie Alternativen. Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der man tatsächlich glaubt, `wenn Jeder an sich denkt, dann ist an Alle gedacht.´

Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen, die solche Gedanken haben, als Gutmenschen verspottet werden und verächtlich gemacht werden. – Ausgerechnet von denen, denen der Zynismus jegliche Empathie so zerfressen hat, dass sie ihre eigene Herzlosigkeit nur ertragen können, indem sie andere verächtlich machen.

Ich möchte nicht, dass die die Deutungshoheit über die Moral bekommen, die keine haben.

Es gibt die Unschuld des Nichtwissens nicht mehr.

Wir wissen, dass der Wohlstand auf Unrecht aufgebaut ist. Wir wissen, dass wir die Erde zerstören und wir können auch längst nicht mehr ignorieren, dass Andere arm sind, weil wir reich sind. Wir werden uns nicht raus reden können, mit dem immer gleichen: „Davon haben wir nichts gewusst“.

Nein, wir werden es gewusst haben. Und ich frage mich am Ende: Was wird man über uns sagen in zwanzig, dreißig Jahren? Wer werden wir gewesen sein? Die die zugeschaut haben, wie schon so oft? Werden wir die gewesen sein, die einfach weiter gemacht haben, weil es so bequem war? Oder werden wir die gewesen sein, die gerade nochmal rechtzeitig die Kurve bekommen habe und die die Reißleine gezogen haben, als es noch nicht zu spät war?

Ich bin mir nicht sicher, aber eins weiß ich gewiss, Siri hat darauf keine Antwort!“

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Sarah Lesch, „Testament“

Sarah Lesch, deutsche Liedermacherin aus Leipzig, gewann den Protestsongcontest 2016 von FM4. Sarah ist 1986 geboren und ihr Lied „Testament“ ist sehr unbequem, denn es geht mit uns allen ins Gericht. Fans kann man sich nicht aussuchen; das Lied wird in den sozialen Netzwerken von vielen Sympathisanten des äußersten rechten Lagers geteilt. Man ist verwirrt und fragt sich, warum. Auch Sarah (zum Interview).

Das erinnert mich an den Song „Born in the USA“ von Bruce Springsteen, der als eigentlich waschechtes Antikriegslied oft als Hymne für amerikanischen Patriotismus mißbraucht wird. Man fragt sich, „hören die Leute nicht auf den Text?“ Oder treffen die Lyrics auf einer uns verborgenen Ebene mitten ins kindliche, unverdorbene Herz und gewinnen gegen den medienmißbrauchten Verstand?

„Testament“
Hier die Lyrics, unten das Video.

Auch du warst mal ein Kind und auch ich war mal klein
Und auch uns haben sie was erzählt
Und dann macht man das alles und versucht so zu sein
Und dann merkt man, dass einem was fehlt

Und dann verlernt man, sich richtig zu spüren
Oder man flüchtet sich in Kunst oder Konsum
Und während ihr fleißig Pläne macht,
Lachen die Götter sich krumm

Lasst eure Kinder mal was dazu sagen
Hört ihnen richtig zu
Die spürn sich noch, die haben Feeling für die Welt
Die sind klüger als ich und du

Und denkt dran, bevor ihr antwortet:
Ihr seid auch nur verletzte Kinder.
Am Ende gibt’s wieder ganz neue Symptome,
und ihr wart die Erfinder

Und dann sagt ihnen wieder, wie es richtig geht
„Werd erwachsen“ und „bist du naiv“
Predigt Formeln, lasst alles in Hefte schreiben,
Die Götter lachen sich schief

Achtet auf Schönschrift und Lehrpläne
Und dass sie die Bleistifte spitzen
Zeigt ihnen Bilder von Eichenblättern 
Während sie drinnen an Tischen sitzen

Und dann ackern und büffeln und wieder auskotzen
Und am Nachmittag RTL 2
Am Wochenende geht’s was Schönes kaufen,
fertig ist der Einheitsbrei

Und jeder, der sich nicht anpasst
Wird zum Problemkind erklärt
Und jede, die zu lebhaft ist
Kriegt ‘ne Pille, damit sie nicht stört

Und damit betrügt ihr euch selber, denn
Kein Kind ist ein Problem
Und all die Freigeister, all die Schulschwänzer
Nur Symptomträger im System

Doch bedenkt, wenn ihr so hart urteilt:
Ihr seid auch bloß gefangene Geister
Der Unmut wird immer lauter 
Und die Lehrer schreien sich heiser

Empört euch, dass Hänschen nicht ist, was er sein soll
Sondern nur, wer er nunmal ist
Die Götter pullern sich ein vor Lachen
Und ihr denkt, dass ihr was wisst

Und wenn Hänschen dann Hans ist 
Der eigene Kinder hat, denen er was erzählt 
Dann merkt Hans und Kunz, und ihr vielleicht auch,
Dass wieder irgendwas fehlt
 
Ihr habt Wünsche und Träume
Und rennt damit ständig an imaginäre Wände
Und jeder Wunsch, den ihr euch erfüllt 
Der ist dann halt auch zu Ende

Geht ihr nur malochen für erfundene Zahlen
Und wartet, bis die Burnouts kommen
Schmeißt euer Geld für Plastik raus
Um ein kleines Glück zu bekommen

Das Beste aus Cerealien und Milch
Noch ‘n Carport und noch ‘n Kredit
Und alle finden‘s scheiße
aber alle machen sie mit

Ihr klugscheißert und kauft trotzdem
Und die Werbung verkauft euch für dumm
Und dann sitzt ihr vor euren Flachbildfernsehern
Und meckert auf den Konsum

Wenn ihr das Welt nennt, bin ich gern weltfremd
Die Götter lachen sich krumm

Ihr Traumverkäufer, Symptomdesigner
Merkt ihr noch, was passiert? 
Wer hat euch das Land und das Wasser geschenkt, 
Das ihr jetzt privatisiert

Ihr Heuchler, ihr Lügner, ihr Rattenfänger 
Ihr Wertpapierverkäufer
Man hat euch Geist und Gefühl gegeben 
Und doch seid ihr nur Mitläufer
 
Ihr großen, vernarbten, hilflosen Riesen 
Ihr wart doch auch mal klein
Und jemand hat euch mit Schweigen gestraft 
Und ließ euch darin allein
 
Und jetzt hört ihr nicht nur die Götter nicht lachen 
Ihr hört auch die Kinder nicht weinen
Und sagt ihnen weiter, es würde nicht wehtun
Ohne es so zu meinen

Macht ihr ruhig Pläne, ich steh am Rand 
Ich sehe euch und ich bin nicht allein 
Hinter mir stehen mehr und mehr Weltfremde 
Die passen auch nicht hinein 

Und jetzt wartet nicht auf ein versöhnliches Ende 
Den Gefallen tu ich euch nicht 
Kein Augenzwinkern, keine milde Pointe,
Die das Unwohlsein wieder bricht

Irgendwann werden die Götter nicht mehr lachen 
Und falls es mich dann nicht mehr gibt 
Hinterlass ich ein Kind, das sich selbst gehört
Und dies unhandliche Lied

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Gedanken zur wirtschaftlichen Seite der derzeitigen Abschiebepolitik in Österreich

Viele Helfer, die unsere Regierung in den vergangenen Monaten durch ihre freiwillige Integrationsarbeit und ihren enormen, unbezahlten Einsatz unterstützen, empfinden das derzeitige Vorgehen der Exekutive als Schlag ins Gesicht:

  • Abschiebung von bereits integrierten Flüchtlingen um jeden Preis
  • Eindringen von Polizeitrupps mit Hunden in die Privathäuser und Wohnungen der Gastfamilien in den frühen Morgenstunden, um die Flüchtlinge abzuholen – inklusive Durchsuchungsbefehl, als handle es sich um Schwerverbrecher
  • Keine Reaktion des Innenministeriums auf diverse Petitionen, Einsprüche oder Anfragen
  • Keine Ausnahmen

Dabei ist fraglich, ob das Dublin III-Abkommen überhaupt rechtens ist, da die seinerzeit von den Regierungen organisierten Transporte der Flüchtlinge über die Balkan-Route (z.B. Kroatien) nach Österreich nicht als illegale Einreise betrachtet werden dürfen.

Was neben der menschenverachtenden Vorgangsweise besonders schmerzt, ist die unfassbare Dummheit, die dem Vorgehen zugrunde liegt: Volkswirtschaftlich gesehen wurden tausende, wenn nicht zigtausende Stunden unbezahlter Integrationsarbeit geleistet, um die geflüchteten Menschen auf ein Leben in Österreich vorzubereiten. Eine wirtschaftliche Investition unglaublichen Ausmaßes, die quasi per Verordnung offiziell in den Sand gesetzt wird. Ganz abgesehen von den Kosten seitens des Staates für die Polizeieinsätze und die Transporte der Abzuschiebenden nach Wien und von dort nach Kroatien.

Menschen, die mittlerweile etwas Deutsch gelernt haben, sich in einem Netzwerk von Unterstützern befinden und kurz davor stehen, auch Jobs anzunehmen und in den Steuertopf einzuzahlen, setzt man eselstur in Flugzeuge nach Zagreb. Ergebnis: Österreich verliert bereits investiertes „Kapital“, von dem aber auch Kroatien nichts hat, denn die Geflüchteten und die dortigen Behörden müssen wieder mit allem von vorne beginnen.

Die Freiwilligen-Arbeit der Vergangenheit gleicht somit investitionstechnisch einer finanziellen Geldanlage mit Risikoklasse E (höchstes Risiko, Totalverlust möglich). Es verwundert, dass der Finanzminister hier untätig zusieht und keine Stellung dazu nimmt.

Der Langzeiteffekt: Es bleibt abzuwarten, ob angesichts des leichtfertigen Umgangs mit Mensch und Kapital bei der nächsten Katastrophe, die den mutigen und unbezahlten Einsatz der Zivilgesellschaft erfordert, überhaupt noch freiwillige Helfer in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

Fazit: Ein Mensch bleibt immer ein Mensch. Ein Weltbürger. Man sollte ihn nicht zu Kapital machen. Dass Flüchtlinge anfangs Geld kosten ist Realität. Dass man aber das bereits investierte Geld zum Fenster rauswirft ist eine Panikreaktion der derzeitigen Regierung, die mittels der momentanen inhumanen Abschiebepraxis versucht, ein paar Krümel des Kuchens des rechten Lagers zu ergattern.

Links:

Petition Stoppt die Dublin III Abschiebungen

Petition für Mariam und Tagleb

Border Crossing Spielfeld

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Petition für die Menschlichkeit

Wir haben für unsere syrischen Freunde Mariam und Tagleb eine Petition ins Leben gerufen, dass sie nach 9 Monaten erfolgreicher Integration bei der Familie Dokter in Kalwang (Ö) nun nicht wieder abgeschoben werden und in Kroatien neu beginnen müssen (Dublin-Abkommen).

Sie haben bereits einmal alles verloren und den Terror des Krieges in seiner vollen Gewalt erlebt: Unzählige ihrer Angehörige und Freunde, darunter viele Kinder, wurden durch Schüsse und Bomben getötet.

Hier können Sie mehr über Mariam und Tagleb lesen.

Bitte unterzeichnen auch Sie die Petition an den Innenminister, es ist ein letzter verzweifelter Versuch!

Hier der achtjährige Jakob mit seiner herzzerreissenden Bitte

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9/11 oder Überlegung zur Wahrheit

Heute jährt sich zum 15. Mal der Anschlag auf das World Trade Center in New York. Ein Ereignis, das die Welt bewegte. Fast jeder kann sich noch genau daran erinnern, wo er war, als die Horrormeldungen und Live-Berichterstattungen TV, Radio und Internet wie eine Lawine erfassten. Fassungslos sahen wir, wie Flugzeuge in die Zwillingstürme krachten. Schauer liefen über unsere Rücken, als wir die ganze Tragweite dieser Terror-Anschläge im TV verfolgten und uns im Minutentakt neue Enthüllungen präsentiert wurden. Weiterlesen

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