Kreativer Aktivismus: Die Satire

Gefunden auf dietagespresse.com

Unter anderem:
Ukraine und Russland beschließen Weihnachtsfrieden: 52 Tote

Vertreter der Regierung in Kiew und prorussische Separatisten haben heute in Odessa einen bis Jahresende dauernden Weihnachtsfrieden beschlossen. Während der Vertragsunterzeichnung kam es in Folge feierlicher Gefechte zu 52 Toten.

„Es war ein emotionaler Moment“, erklärt ein Soldat mit Tränen in den Augen, da er bei den Friedenskämpfen mit Tränengas besprüht wurde. „Präsident Poroschenko und Rebellenführer Andrej Purgin haben unterschrieben und sich die Hände gereicht und gemeint: ‚Dieser Friede wird vier Wochen lang bestehen’“, erzählt er weiter, während er mit seinem Visier nach feindlichen Kämpfern sucht. „Es gibt also doch noch Weihnachtswunder!“ Mehr lesen…

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Wolfgang Schmidbauer über das „Geben“ im Umgang mit Kindern

Maedchen_verwoehnt_schmollendDie Wermut-Methode

Von Wolfgang Schmidbauer. Während der kurzen und schönen Jahre meines Aussteigerlebens in der Toskana fiel einer Bäuerin aus der Nachbarschaft auf, dass meine Frau unsere älteste Tochter noch stillte, obwohl das Mädchen schon laufen konnte. Sie fand das zu anstrengend für die Mutter, bückte sich und riss eine Staude mit gelben Blüten und silbrig schimmernden Blättern aus, welche die Schafe stehen gelassen hatten, die auf den verlassenen Feldern um unser Haus grasten.

Sie nannte die Pflanze Assenzio. Ich schlug im Lexikon nach. Assenzio maggiore hieß mit lateinischem Namen Artemisia absinthium, zu deutsch Wermut. „Damit reiben wir die Brust der Mutter ein, wenn sie nicht mehr stillen will. Nach ein paar Tagen mag das Baby die Brust nicht mehr und trinkt lieber aus der Tasse.“ Ich zerrieb ein Blatt des Krautes zwischen den Fingern und lutschte am Daumen. Es schmeckte sehr, sehr bitter, und es dauerte einige Zeit, bis sich der Geschmack wieder verlor. Die Schafe hatten diese Stauden aus gutem Grund stehen gelassen und nur den Klee gefressen, der um sie herum wuchs… weiterlesen auf wolfgang-schmidbauer.de

Dazu passt auch dieser Artikel, der sich ums „Verhätscheln und Forderungen erfüllen“ dreht und zum Nachdenken anregt: Kinder verwöhnen im Alltag

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GEA Waldviertler Staudinger

KL

Ich möchte heute gern mal auf Herrn Staudingers bzw. die GEA-Homepage w4tler.at hinweisen! Vielleicht sind Sie ja auf der Suche nach besonderen, schönen, nachhaltigen Weihnachtsgeschenken! Ausserdem ist das dazu gehörige Magazin – das GEA-Album immer ein Augenschmaus und Lichtblick!

Nebiges Bild/Spruch von Konrad Lorenz ist aus Heini Staudingers GEA-Album Nr.72. Und hier das Editorial der letzten Ausgabe (73):

Liebe Freundin! Lieber Freund!

Ja, ich habe mich gefreut über das gemeinsame Europa. Schrems liegt im Nördlichen Waldviertel, unweit der Grenze zu Tschechien. Der Eiserne Vorhang bedeutete jahrzehntelang das Ende der Welt. Dann kam die Wende. Die Grenze wurde normal. Kein Stacheldraht. Kein Todesstreifen. Schließlich ging die Grenze ganz auf. Keine Grenzkontrollen. Freiheit, Offenheit, gute Nachbarschaft. Für mich war das das größte politische Ereignis meines Lebens. Ein Schritt Richtung Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Von diesem Traum, von dieser Hoffnung, haben wir uns wieder weit entfernt. Aus dem Europa der Freiheit und der Hoffnung auf Gerechtigkeit ist ein Europa der Konzerne und der Banken geworden. Die Politik kümmert sich nur mehr scheinbar ums Volk, während sie für die Konzerne Gesetze schmiedet, die deren Diebstahl legalisieren. Wenn nun Luxemburg meint, das alles sei »legal«, dann macht das den Schaden noch größer. Denn »neben» dem finanziellen Schaden für die Staatskassa geht auch noch der Glaube an das Gesetz verloren, von dem wir erhofften, dass es allen Bürgern gleiches Recht im Sinne der Gerechtigkeit gäbe. Wenn Werner Faymann und Angela Merkel dieses System tolerieren, in dem superreiche Konzerne wie Amazon, Apple, Pepsi, IKEA, Deutsche Bank und hunderte andere ihre Milliarden-Gewinne kaum oder gar nicht versteuern, dann verlieren sie jedes moralische Recht, Arbeit zu besteuern und aus den Klein- und Mittelbetrieben, den wichtigsten Arbeitgebern des Landes, den Großteil der Steuereinnahmen herauszupressen.

Auf unserer Titelseite heißt es: Milliarden sind auf der Suche nach Sinn. In diesem Satz steckt eine doppelte Bedeutung. Natürlich ist es so, dass Milliarden Menschen Sinn suchen. Oft, und immer öfter, ist es aber auch so, dass Milliarden-Vermögen auf der Suche nach Sinn sind. So gibt es viele Menschen, die für ihr Vermögen oder ihre Ersparnisse sinnvolle Landeplätze suchen, wo sie darauf vertrauen können, dass ihr Geld sinnvoll eingesetzt wird. So möchte ich mich hier bei allen Freunden und Kunden bedanken, die uns Geld geborgt haben. Ohne diese Hilfe wäre so eine Entwicklung unserer Firma nicht möglich gewesen.

Advent. Mit Dorothee Sölle will ich die Möglichkeiten, die wir als Menschen auf Erden vorfinden, in den Himmel hinaus rufen: »Grenzenlos glücklich. Absolut furchtlos. Immer in Schwierigkeiten.« Es ist unser Menschenschicksal, Schwierigkeiten zu meistern. Die Erlösung vom Banken- und Konzern-Wahnsinn und auch von den eigenen Gefangenheiten und Süchten wird nicht von alleine vom Himmel daherkommen. Wenn wir uns aber (wir sind das Volk) gemeinsam auf den Weg machen, dann dürfen wir auch auf die Hilfe des Himmels hoffen.

Das meint im Ernst

Heini Staudinger Signatur

P.S.: Im letzten Weihnachtsalbum habe ich folgenden Geschenktipp gegeben: »Lerne eines deiner Lieblingsgedichte auswendig und gib es deinen Freunden als Geschenk.« Viele haben mir mit Freude erzählt, dass sie es gemacht haben. Wie schön. Hi Hei

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Ergänzung zum Selfie…

Für alle Selfie-Fans, die nach dem vorangegangenen Artikel buchstäblich ihre „Perspektive erweitern“ wollen, hat mir ein Freund und Leisedenker diesen interessanten Link zu „Somikon Selfie-Stick mit integriertem Bluetooth-Auslöser; Ihr verlängerter Arm für Selbstporträts, Gruppenbilder und spannende Fotos“ gesandt. 😉

Selfie-Stick

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Betrachtungen zum Selfie

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich gedanklich mit den sogenannten „Selfies“. Ein Selfie – und ich hörte diesen Ausdruck vor drei Monaten zum ersten Mal – ist ein Foto, das man selber von sich macht. Vorzugsweise mit dem Smartphone; geht auch mit dem Computer und der Webcam (mit einem normalen Fotoapparat hab ich das noch nie gesehen.., aber ich weiß es nicht genau..). Auch ich habe bereits Selfie-Erfahrung, wobei ich mir dabei noch schwer tue und mir ein bisschen blöd vorkomme. Eigentlich weniger blöd, sondern eher a bissi jämmerlich 🙂 Fotograf und Motiv gleichzeitig! Objekt und Subjekt gleichzeitig! Sehr verwirrend.

Es gibt vermutlich unterschiedliche Gründe, warum man ein Selfie macht:

  • Man hätte gerne ein Foto von sich, es fotografiert einen aber keiner
  • Man braucht schnell ein Foto von sich für ein Bewerbungsschreiben
  • Man braucht ein Foto von sich für Facebook (oder andere soz. Netzwerke)
  • Man will die Faltentiefe aus einer objektiven Perspektive betrachten
  • Man ist in sich selbst … verliebt?

.. womit wir bei dem nun folgenden Artikel aus orf.science angekommen wären. Darin kommt der Psychologe Paul Verhaeghe zu Wort. Seine Ausführungen zum Thema Selfie sind sehr aufschlussreich. Da nehme ich mich gleich selbst bei der Nase.. Ein paar von Frau Gscheits Selfies finden Sie unten.

Nun aber zum Artikel:

„Einsame Inseln mit Selfies und Angst“

Konkurrenzdenken, Individualismus und narzisstische Selfie-Kultur: Der belgische Psychologe Paul Verhaeghe stellt dem Menschen der Gegenwart kein besonders gutes Zeugnis aus. Als Ursache ortet er das Diktat der Wirtschaft, das auch die Psyche ökonomisiert. 

„Wir sind wie kleine Inseln, auf denen wir mit unseren Selfies einsam leben und Angst vor anderen Menschen haben“, sagte er in einem Interview anlässlich einer Konferenz am Wochenende im Wiener Sigmund Freud Museum. Weiterlesen

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10 Tipps für unvergessliche Vorträge

Im Lauf meiner Ausbildung kam ich in den Genuss unzähliger Vorträge, Referate, Vorlesungen und Seminare. Auch selbst bin ich ab und zu Vortragende. Nachdem ich ja mein „Publikum“ erreichen und einen guten Eindruck machen bzw. hinterlassen will, suchte und suche ich mir immer wieder Tipps von versierten Vortragenden bzw. Leuten, die dazu eine Meinung haben. Ein interessantes Buch ist beispielsweise „Naked Presenter, Eindrucksvoll präsentieren – mit und ohne Folien“ von Garr Reynolds. Tolle Redner, bei welchen man sich etwas abschauen kann, findet man auf der Internet-Plattform TED – Ideas worth spreading. Oder man erinnere sich nur an die legendären Keynotes von Steve Jobs!

Aus meine Sicht machen folgenden Dinge einen guten Vortrag aus: Der Inhalt ist interessant aufbereitet und der Vortragende lässt sich auf das Publikum ein; er beherrscht einige einfache Techniken, die Leute bei Laune – also munter – zu halten. Laut Herrn Reynolds spielen dabei Einfachheit, Klarheit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Leidenschaft eine maßgebende Rolle.

Viele Vortragende allerdings vermitteln den Eindruck, als wollten sie in einer Art Selbstgespräch einfach nur ihr Wissen wiederholen, es auswendig herunterbeten oder auch von der Leinwand ablesen. Das Rundherum und vor allem die Zuhörer verkommen zur Nebensache; dass das ganze Vorhaben auch eine Art „Teamwork“ sein könnte, in welches man das Publikum inter-aktiv einbindet, wird gar nicht wahrgenommen. Gelegentlich bringt mich das aber auf die Palme, weil der Vortragende meine Zeit verschwendet; besser wärs, er würde seinen Vortrag in ein Hand Out verwandeln, vervielfältigen und an Interessierte verteilen.

Hier nun meine 10 Tipps, wie Sie mit Ihrem Vortrag garantiert einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen:

  1. Bereiten Sie sich erst in der letzten Sekunde vor, das spart Zeit. Verschwende Sie dabei keinen Gedanken an Ihr Publikum und dessen Erwartungen. Sie können sich ja  vor Ihrem Vortrag kurz für Ihre mangelnde Vorbereitung entschuldigen und ein paar Worte darüber verlieren, unter welchem enormen Zeitdruck Sie standen. Das lässt Sie wichtig erscheinen.
  2. Packen Sie alles, was Sie sagen wollen, auf Power Point Folien (Mac-User nehmen Keynote).
  3. Wählen Sie dabei nie die vorgegebene Schriftgröße, sondern verkleinern Sie alles auf mindestens 14 Punkt – sonst bleibt möglicherweise ein winziges Detail unerwähnt.
  4. Wenden Sie sich grundsätzlich Ihren Folien auf der Leinwand zu – so vermeiden Sie jeden Kontakt mit dem Publikum, denn dieses gehört nicht zu Ihrem Vortrag. Geht auch, wenn man auf den Laptop starrt.
  5. Ein Laserpointer ist dazu sehr geeignet, denn damit muss man ja praktisch die Leinwand im Auge haben.
  6. Fuchteln Sie mit diesem Laserpointer auf den Folien herum (oder mit der Maus), sodass das Publikum seekrank wird, wenn es versucht, dem winzigen roten Punkt zu folgen. Auch ein häufiger Wechsel der Übergänge und jede Menge Animationen erfüllen diesen Zweck.
  7. Lesen Sie am besten die Folien vor – dann vergessen Sie nichts.
  8. Sprechen Sie schnell, monoton und ohne Pause, damit vermeiden Sie unerwünschte Zwischenfragen.
  9. Stehen Sie wie eine Salzsäule fest an Ihrem Platz und zeigen Sie keinerlei Emotionen – das wirkt einerseits wissenschaftlich und andererseits einschläfernd, was bei nervenden Fragern mitunter recht praktisch ist.
  10. Bedanken Sie sich am Ende unbedingt mit einer entsprechenden Folie für die Aufmerksamkeit, damit das Publikum weiß, dass es endlich erlöst ist.

Sollten Sie weitere nützliche Tipps haben, nutzen Sie dafür gerne die Kommentarfunktion unten!

Ihre Frau Gescheit, vortragsgeschädigt 😉

 

 

 

 

 

 

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Sir Ken Robinson – The Learning Revolution

In dieser ergreifenden, lustigen Nachfolge-Rede zu seiner sagenhaften TED-Rede aus 2006 bricht Sir Ken Robinson eine Lanze für eine radikale Abkehr von standardisierten Schulen hin zu personalisiertem Lernen: In einer globalen Welt müsste man Bedingungen schaffen, durch welche sich die natürlichen Talente der Kinder entfalten können und nicht auf ihren Schwächen herumgeritten wird.

Für deutsche Untertitel klicken Sie im Video rechts auf das Download-Symbol und wählen Sie unter Subtitles „German“, dann klick auf „Download“ (funktioniert auf jeden Fall auf PCs und Macs). Voila!

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Schulen im Aufbruch – Eine fünfminütige Buchvorstellung

Die fünfminütige Buchvorstellung finden Sie am Ende des Beitrags.

Eine globalisierte Welt, ihre hohe Veränderungsdynamik, die steigende Informationsflut und vieles mehr machen ein neues, zeitgemäßes Verständnis von Lernen und Bildung erforderlich. Das Lernen in sinnvollen Zusammenhängen, selbstbestimmt und mit Begeisterung, das Lernen im Leben, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Wertschätzung, Anerkennung und Beziehung – das macht Lernprozesse erfolgreich.

Eine solche Kultur der Potenzialentfaltung ist weit mehr als das ABC des Wissens. Sie erfordert, Schule neu zu denken.

Um Schulen auf dem Weg zu Schulen der Potenzialentfaltung zu unterstützen, gründeten Margret Rasfeld, Stephan Breidenbach und Gerald Hüther die Initiative Schule im Aufbruch. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass jede Schule zu einem Ort wird, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Talente entdecken und ihre Potenziale entfalten können. Sie versteht sich als Plattform, Ressource und lernendes Netzwerk für eine Lernkultur der Potenzialentfaltung, das Schulen einlädt, inspiriert und ermutigt, den eigenen Weg zu finden, um eine Schule im Aufbruch zu werden.

Bildung geht jeden an. Dieses Buch geht jeden an. Es stellt grundsätzliche Fragen, es zeigt Wege zu Lernlust statt Schulfrust. Kinder und Jugendliche entfalten ihr Potenzial – ihre Entdeckerfreude, ihre Gestaltungslust, ihre Kreativität und Offenheit, ihre Zukunftskompetenz. Der notwendige Wandel kann nur eigeninitiativ von Menschen vor Ort umgesetzt werden. Immer mehr Schulen machen mit. Aber auch Bildungspolitiker und Topmanager unterstützen die Initiative – für eine menschengerechte Lebens- und Arbeitswelt.

Die Zeit ist reif. Jede und jeder ist gefragt und wichtig.
Dieses Buch ermutigt und stiftet an. Begeben auch Sie sich mutig auf den Weg.

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Elisabeth Kulman – offen und ungeschminkt!

Elisabeth Kulman über ihren Erschöpfungszustand, die erzwungene Auszeit, ihren neuen Lebensstil und die nächsten Schritte. Sehenswert.

Weitere Links: www.elisabethkulman.comartbutfair.org

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Wolfgang Schmidbauer – Auf nicht natürlichen Wegen

Über die Vorteile und Tücken der Fertilitätsmedizin und ihre Auswirkungen auf Paare mit Kinderwunsch. Zum Leisedenken.

Auf nicht natürlichen Wegen

Die Fertilitätsmedizin kann Paare beglücken – und überlasten

von Wolfgang Schmidbauer. Zum Artikel gehts hier…

Wer als Psychoanalytiker täglich mit den seelischen Nöten der Menschen des 21. Jahrhunderts zu tun hat, kann glatt zum Nostalgiker werden. Was die Angst vor falschen Entscheidungen angeht, war vordem das Leben wahrhaftig bequemer. Ob Krankheit oder Gesundheit, Geburt oder Tod: unsere prägenden Affekte fordern gebieterisch, schnell aus der Zone der Unsicherheit an einen sicheren Ort zu kommen. Und die von uns geschaffenen technischen Möglichkeiten stehen dem im Weg.

Dieser Entscheidungsdruck lastet auch auf Paaren, die sich ein Kind wünschen und keines bekommen. In der guten alten Zeit musste sich ein Paar mit seiner Unfruchtbarkeit abfinden; meist trug die Frau, in diesem Punkt ohnehin geübter, diese Last. Wallfahrten und Gebete, Votivgaben an die hierfür zuständige Muttergottes gaben zumindest das gute Gefühl, etwas getan zu haben. Manchmal erlebten bisher unfruchtbare Paare sogar nach einer Badekur der Frau die wundersame Wiederherstellung ihrer Fruchtbarkeit.

Aber kein Paar musste daran gehen, erst einmal genau zu klären, wer eigentlich die Ursache des Versagens sei. Keines musste, wenn erst diese Kränkung verarbeitet war, angesichts des abgestuften Programms der modernen Fertilitätsmedizin diskutieren und sich einigen, wie weit sie gehen, wie oft sie einzelne Schritte bei Misserfolg wiederholen wollten. Weder Mann noch Frau mussten sich entscheiden, ihre Erotik Dritten aufzublättern und sich deren Vorschriften zu unterwerfen. Es fehlte schlicht das Angebot, sich für das gemeinsame Kind Prozeduren auszusetzen, die jeder Vorstellung von spontaner Liebe und Romantik derart krass widersprechen. Mehr lesen…

Hier ein Interview Dr. Wolfgang Schmidbauer, München, 29.01.2014 

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