Bedingungsloses Grundeinkommen – Utopie der Weltverbesserer?

„Der Mensch befindet sich immer in zwei Aggregatzuständen: Er nimmt entweder Leistungen eines anderen in Anspruch oder leistet für andere. Arbeit ist immer ein Tätigwerden für andere.“

werner

„Die Realität der Zukunft ist die Utopie von heute.“ Götz Werner (69) ist Gründer und Aufsichtsratsmitglied von Dm-Drogeriemarkt. 1961 bis 1964 hat er in Konstanz eine Drogistenlehre gemacht. 1973 eröffnete er den ersten Dm-Drogeriemarkt in Karlsruhe. Werner leitete das Institut für Entrepreneurship der Universität Karlsruhe. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist er als Vertreter eines bedingungslosen Grundeinkommens. Zu diesem Thema hat er auch mehrere Bücher verfasst. (Quelle).

Auszug aus dem Interview mit Götz Werner, erschienen in MM-Ausgabe 31, 29. Juli 2013. Von Philipp Löpfe:

Wenn Sie für volle Portemonnaies sorgen, bestätigen Sie dann nicht das Vorurteil, dass ein Grundeinkommen die faulen Menschen belohnt?

Wenn wir wollen, dass die Menschen sich an der Gemeinschaft beteiligen, müssen wir ihnen zunächst den Zutritt gewähren.

Dieser Zutritt erfolgt in der bürgerlichen Gesellschaft über die Arbeit.

Das war auch einst richtig so. Aber dank der technischen Entwicklung hat sich unsere Gesellschaft so verändert, dass dies immer weniger möglich wird.

Mit anderen Worten: In der Überflussgesellschaft wird die Arbeit zum Mangel?

Die «alte» Arbeit, die Arbeit an der Materie, nehmen Maschinen uns zunehmend ab. Früher hat man gearbeitet, um zu überleben. Heute herrscht Überfluss, was die materiellen Güter betrifft. Mangel haben wir bei der «neuen» Arbeit, der Arbeit am Menschen: in den Bereichen Bildung, Pflege, Kunst und Kultur. In diesen Bereichen ist Arbeit nur schwer mess- und bezahlbar. Wie wollen Sie die Arbeit einer Mutter bezahlen? Gerade diese Arbeit wird in der modernen Gesellschaft immer wichtiger, während die Bedeutung der messbaren Arbeit im Produktionsbereich zurückgeht.

Können Sie das präzisieren?

Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass die nicht messbare und damit nicht bezahlbare Arbeit sorgenfrei erledigt werden kann. Heute ist das Einkommen nicht mehr da, um Arbeit zu bezahlen, sondern um Arbeit zu ermöglichen. Das ist der entscheidende Unterschied.

Mehr zu Götz Werner.

Weiterführende Links: Unternimm die ZukunftEinkommen für Alle, Götz Werner, Zeit.de: Eine Utopie von Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle (Video-Interview mit Götz Werner). BGE Krefeld.

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