Systemischen Konsensieren – Gruppenentscheidungen leicht gemacht!

Vor kurzem besuchte ich einen Kongress, der sich mit Gemeinwohl Ökonomie befasste. Neben vielen neuen und interessanten Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, erfuhr ich zum ersten Mal von einer sehr einfachen und wirklich verblüffenden Methode, Gruppenentscheidungen zu treffen, ohne das herkömmliche Prinzip der Mehrheitsabstimmung zu verwenden. Die Methode nennt sich „Systemisches Konsensieren“ – sie wurde von den österreichischen Wissenschaftern Erich Visotschnig und Siegfried Schrotta entwickelt. Doch nun weiter mit meinem Bericht:

Wir (etwa 80 Personen) saßen in einem Einführungsvortrag über humanes Wirtschaften. Der Vortragende stellte die Methode des SK-Prinzips kurz vor und das Auditorium wurde gebeten, Vorschläge zu äußern, wie das Verhältnis zwischen Mindestverdienst und Maximaleinkommen nach unserer Meinung sein sollte. Also 1:5, 1:10, 1:20 etc. Die Vorschläge wurden auf die Tafel geschrieben.

Dann kam die „Widerstandszählung“: Großer Widerstand bedeutete 2 Hände in die Höhe, mäßiger Widerstand bedeutete 1 Hand in die Höhe – und kein Widerstand bedeutete, dass man beide Hände unten liess.

Bei jedem Vorschlag wurden die Hände gezählt und in ein paar Minuten stand fest, dass man bei 1:15 den geringsten Widerstand verzeichnete. Dass das Verhältnis min Österreich 1:1000 beträgt und in vielen anderen Industriestaaten noch viel höher liegt, sei ein trauriges Detail am Rande…

Hier nun die professionelle Vorstellung der Methode via www.konsensieren.eu. Im Anschluss gibt es auch noch ein Video zur besseren Veranschaulichung 🙂

SK-Prinzip-Logo-transparent-300dpiGruppenentscheidungen sind schwierige Prozesse, die oft genug zu Konflikten führen. Systemisches Konsensieren hilft Ihnen, in Gruppen beliebiger Größe konfliktfrei nachhaltige Entscheidungen zu fällen.

Dazu entwickeln die Gruppenmitglieder zuerst möglichst viele Vorschläge. Danach wird für jeden Vorschlag seine Akzeptanz durch die gesamte Gruppe gemessen. Die Vorschläge werden nach dieser Akzeptanz geordnet. Der Vorschlag mit der höchsten Akzeptanz

  • erzeugt die geringste Unzufriedenheit in der Gruppe …
  • wird von allen gemeinsam am leichtesten angenommen …
  • erzeugt das geringste Konfliktpotenzial
  • verspricht daher am ehesten eine tragfähige Lösung der anstehenden Aufgabe/des anstehenden Problems
  • kommt dem Konsens am nächsten
  • …und zwar bei beliebig vielen Vorschlägen
  • …und beliebig vielen Beteiligten.

Er eignet sich daher zur Entscheidungsfindung in der Gruppe. Wir nennen ihn konsensiert.

Systemisches Konsensieren eignet sich für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, angefangen von der Familie über den privaten Bereich, die Mediation, in Vereinen und im Management bis in die Politik.

Mehr über Systemisches Konsensieren und das Systemische Konsensprinzip (SK-Prinzip) finden Sie hier.

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