Pfingsten ist vergleichbar mit dem Kabbalistischem Shawuot. Jedoch geht es nicht um den Heiligen Geist, sondern um die Vereinigung der Shechina mit dem Shochen. Dies wird ermöglicht durch die Gerechten, die die Tora einhalten. Denn sie sind in der Lage, gut von böse zu unterscheiden. Dies führt dazu, dass die Schöpfung letztlich mit dem Schöpfer zur Einheit verschmilzt.
Einleitung zum Buch Sohar (Textauszug gekürzt)
125. Rabbi Shimon saß und studierte die Tora in der Nacht, in der die Braut, Malchut, mit ihrem Mann, Seir Anpin, vereint werden sollte. Und alle Freunde, die in dieser Nacht, dem Vorabend des Feiertags Shawuot (Pfingsten), im Brautgemach anwesend sind, müssen zusammen mit dem Bräutigam unter der Chuppa (Hochzeitsbaldachin) stehen und die ganze Nacht bei ihm sein und sich mit ihm über die Korrekturen der Braut freuen, d.h. sie studieren die Tora, dann die Propheten, dann die Heiligen Schriften und schließlich die Weisheit, denn diese Korrekturen sind der Schmuck der Braut.
Und die Braut erhält Korrekturen, schmückt sich mit ihnen und freut sich mit ihnen die ganze Nacht. Am nächsten Tag, an Shawuot, geht sie mit ihnen unter die Chuppa. Und die Freunde, die die ganze Nacht über die Tora studiert haben, werden „Söhne der Chuppa“ genannt. Und wenn sie sich der Chuppa nähert, fragt der Schöpfer nach ihnen, segnet sie und schmückt sie mit dem Brautschmuck. Glücklich sind die, die dies verdienen!
Alle Tage des Exils werden “Nacht” genannt, denn in dieser Zeit ist das Angesicht des Schöpfers vor Jisrael verborgen, da die unreinen Kräfte herrschen und Seine treuen Diener von Ihm trennen. Dennoch ist dies die Zeit, in der sich die Braut mit ihrem Ehemann vereint. Die Chuppa ist ein Hochzeitsbaldachin, unter dem das Ritual der Vereinigung (Siwug) zwischen Braut und Ehemann stattfindet.
Die Vereinigung geschieht dank der Tora und der Mizwot (Gebote) der Gerechten, die als „diejenigen, die die Tora einhalten“ bezeichnet werden. Und alle Höheren Stufen, die „Geheimnisse der Tora„, werden dank ihnen allein offenbart, denn sie werden auch als Schöpfer bezeichnet (als hätten sie die Tora selbst erschaffen), wie es in Punkt 124 beschrieben wurde. Deshalb wird die Zeit des Exils Nacht genannt. Und all die Freunde – die “Söhne der Chuppa” – sind jene, die die Tora einhalten.
All diese Korrekturen müssen in Malchut (der Braut) in der Nacht durchgeführt und vollendet werden. Denn gerade in der Dunkelheit des spirituellen Exils führt der Mensch die Arbeit seiner inneren Korrektur aus.
Es ist bekannt, dass das Ende der Korrektur nichts Neues oder bisher Unbekanntes bringt. Vielmehr werden alle MaN und MaD, zusammen mit allen Stufen und Siwugim, die während der 6000 Jahre nacheinander entstanden, zu einer Stufe verschmelzen und mit Hilfe des Lichts von Atik korrigiert.
Die Braut wird dann ihre Chuppa betreten, und der Ewige wird nach jedem fragen, der zumindest ein MaN für den endgültigen Siwug erhoben hat. Denn Er wartet darauf, dass sich all die kleinen Siwugim versammeln. Und wenn sie sich versammelt haben, wird sich ein großer Siwug entfalten.
Wenn alle Geschöpfe gemeinsam gesegnet und geschmückt sind, kommt die Korrektur zu einem Ende. Dies wird als „Krone der Braut“ bezeichnet.