Unser täglich‘ Brot

Kürzlich stolperte sich auf Facebook über diesen Leserbrief unten. Als Hobby Bäckerin habe ich einen Hermann im Kühlschrank – so heisst mein Roggensauerteig. Ich setze mich regelmäßig „gedanklich und emotionell“ mit ihm auseinander, denn Hermann ist für mich irgendwie ein Lebewesen und die ganze Brotzubereitung ist jedesmal wie ein Treffen mit einem guten Freund, wobei nie ganz genau vorauszusagen ist, was passieren wird. Meistens jedoch sind alle zufrieden. Hermann, ich und die Brotesser.

Daher dachte ich, ich kann zum Thema Brot durchaus etwas beitragen.

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Der natürliche Ansatz des Sauerteiges (Mehl und Wasser plus Luft), das Gehen lassen und ruhen lassen, das Backen benötigen normalerweise einige Stunden. Daher nennt man diese Art des Brotbackens auch „Slow Baking“. Es gibt nur noch wenige solcher Slow Bäcker, denn damit macht man nicht grad Profit. Vielleicht gibt es bald gar keine mehr.

Im natürlichen Sauerteig finden sich Essigsäure-, Milchsäurebakterien und Hefen in richtigem Verhältnis. Dies wirkt sich positiv auf die Darmflora aus, macht das Brot haltbar und lässt es auch noch nach einigen Tagen gut schmecken. Ein Brot aus der Backbox oder ähnlichem (heut muss ja schon jeder Supermarkt „frisches Brot“ rund um die Uhr anbieten) ist nach wenigen Stunden entweder trocken wie die Wüste Gobi oder gummiartig wie ein alter Autoreifen.

Durch unser Konsumverhalten, auch noch 5 Minuten vor Sperrstunde im Supermarkt eine Auswahl an frischem Brot und Gebäck zu erwarten, haben wir ebenfalls einen Anteil an dieser unsinnigen Entwicklung.

Die Teiglinge werden von normalen Verkäuferinnen, die einen Crash-Kurs in Brotbacken und Bedienen der Maschinen erhalten, fertiggebacken. Nicht, dass die das nicht können, aber der Gedanke mutet trotzdem seltsam an.

Das noch um 19:30 Uhr aufgebackene unverkaufte Brot wird, soviel ich weiss, meist in den Müll entsorgt. Es wird nicht etwa an die Angestellten oder Obdachlosen verschenkt, sondern weggeworfen. Denn wenn man es verschenken wollte, bräuchte man wieder zusätzliches Personal, das kontrolliert, ob es noch essbar ist (!) und eh in den richtigen Händen landet, was sich wohl nicht jede Supermarktkette leisten will.

Ausweg: Back to the roots – Brotbackkurs machen und selbst versorgen.

Hier eine Dokumentation über Brot bzw. Slow Baking:

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2 Antworten zu Unser täglich‘ Brot

  1. Eduard schreibt:

    Deine Info und das Vido kommen genau zur richtigen Zeit.!
    Hab vor einer Woche das Buch „Dumm wie Brot“ gelesen und beschlossen, selbst rot zu machen.
    Danke Frau Gscheit.

    Edi Y.

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  2. Martin schreibt:

    Die Bequemlichkeit der Menschen zu nutzen ist leider ein funktionierendes und tükisches Geschäftsmodell.

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