Empathie

Gastkommentar von Herrn A. Riwald

Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst – von der Theorie zur Praxis..

Heute im Jahr 2012 predigen unsere neuen Führer, Pädagogen, Psychologen, Qualitätsmanager usw. einen neuen modernen Begriff – Empathie: Mitfühlen mit Anderen – etwas, das immer weiter abnimmt und dadaurch allmählich unsere Wirtschaft, Familien, zwischenstaatliche Verhältnisse usw. immer weiter zerstört.

In den vergangenen Epochen wurde die Menschheit durch Regierungen, Philosophen und Religionen künstlich in einem gewissen Maß an Empathie gehalten. Man benutzte dafür zwei im Menschen angesiedelte Eigenschaften, um Empathie aufrecht zu halten: Angst und Scham.

Wenn man beispielsweise böse zu den anderen ist, wandert man nach seinem Dahinscheiden in die Hölle. Oder man wird von der Gesellschaft verachtet, wenn man klaut, nicht gemeinnützig handelt, sich scheiden lässt usw. So konnte die Menschheit viele ihrer heutigen Errungenschaften, Sozialsysteme, Verkehrsnetze, Energieversorgung, Frieden zwischen Staaten usw. erzeugen und erhalten.

Heute, nach 250 Jahren wissenschaftlicher Aufklärung, glauben die wenigsten noch an eine Hölle nach dem Tode; und nachdem es schon fast zum guten Ton gehört das Volk zu bestehlen oder sich scheiden zu lassen, wirkt auch das Geschäft mit der Scham nicht mehr.

Dieser Verlust der Empathie verursacht immer schneller immer größere Probleme in Strukturen wie Familie, Wirtschaft, zwischenstaatlichen und zwischenmenschlichen Beziehungen. So sind wir auf dem besten Weg, die Hölle schon auf Erden zu erzeugen und brauchen gar nicht erst zu warten, bis wir tot sind.

Dabei ist der Begriff der Empathie nichts Neues. Nehmen wir das Zitat „Liebe Deinen nächsten wie dich selbst“, welches in einer von christlichen Werten geprägten Gesellschaft nichts Neues sein dürfte.

Was also tun?

Wenn Empathie sich von einem geringen Maß bis zu einer vollendeten Größe entwickeln ließe, könnte man diesen Zustand als Liebe deinen Nächsten bezeichnen, was die Lösung der meisten heutigen Probleme wäre. Wie aber schafft man es, etwas Erzwungenes zu etwas Erwünschten zu erheben, das noch dazu unserer Natur vollkommen entgegengesetzt ist?

Dafür braucht es eine Neustrukturierung unserer Bildung – nicht ein reines Vermitteln von Daten und Wissen über Zusammenhänge von Zahlen und lebloser Materie, um damit andere ausbeuten zu können.. Eher wäre ein Erlernen über eine gewisse Form der Menschwerdung dafür nötig.

Dafür sind alle Wissenschafter aufgerufen, funktionierende Systeme in der Natur zu erforschen, deren Wechselwirkungen zu erkunden und die Menschen darüber zu informieren. Der menschliche Körper mit sämtlichen von einander abhängigen Systemen (Blutkreislauf, Lymphsystem, Nervenbahnen, Organe, Muskeln usw.) wäre hierbei das beste aller Beispiele.

Auf dieser Basis müsste sich doch herausfinden lassen, wie Beziehungen in gegenseitiger Wechselwirkung dauerhaft funktionieren können. Und dieses Wissen müssten Wir auf die Menschheit übertragen können.

Also auf geht’s – wozu noch warten?

Auch interessant Die Sendung scobel – Empathie: Über Entstehung und Verlust des Mitgefühls..

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