Menschen-Metamorphose

Eine Raupe frisst täglich das Hundertfache ihres Gewichts und zerstört dabei viele Pflanzen. Sie frisst, bis sie so aufgeblasen ist, dass sie sich an einen Ast hängt und sich zur Ruhe begibt; ihre Haut verhärtet sich dabei in einen Kokon. Im Weiteren bildet sich innerhalb dieses Kokons bzw. im Inneren der schlafenden Raupe ein neues Geschöpf: Der Schmetterling. Dies verwirrte die Wissenschafter über einen langen Zeitraum. Wie kann ein völlig unterschiedlicher Genom-Plan in der Raupe existieren, um ein neues Wesen zu erschaffen? Man wusste, dass es die Metamorphose in vielen Insekten gibt, doch es war unklar, bis man erkannte, dass die Natur in der frühen Entwicklung verschiedene Genome und Eiweiß zusammenmixt. Zellen mit dem Schmetterlingsgenom oder Eiweiß werden als Aggregate oder Stammzellen gehalten, die die Biologen als „Imago-Zellen“ bezeichnen.Sie sind währen des ganzen Raupenlebens innerhalb der Raupenhülle verborgen und bleiben bis zu jenem Zeitpunkt unentwickelt, wo eine Art Krise des „Überfressens“, „Müdewerdens“ und „Einbruchs“ eintritt und die weitere Entwicklung ermöglicht.

Diese Metamorphose ist eine wunderbare Metapher für die großen globalen Veränderungen, die auch den Menschen entwickeln. Unser aufgeblasenes altes System wird funktionsuntüchtig, während die Vision einer neuen, sehr unterschiedlichen Gesellschaftsform wie ein Schmetterling entsteht. Diese war immer in jenen Menschen vorhanden, die den „Imago-Zellen“ gleichen und welche von einer besseren Welt träumten. Sie präsentieren uns Lösungen für die Krise des Überkonsums und des Zusammenbruchs des Systems und zeigen den Weg auf, wie man unbeschwert auf der Erde leben könnte. So gleicht die Menschheit keiner gut geschmierten Maschine mehr sondern einem sich entwickelnden, sich selbst organisierenden, intelligent lebendem Organismus.

Wenn Du eine Schmetterlingswelt haben willst, tritt nicht auf die Raupe, sondern verbinde Dich mit anderen „imaginal cell“ Kräften, um eine Zukunft zu erschaffen, in der alle Menschen leben können.

Quelle: The Butterfly Story, Elisabeth Sahtouri, Biologin

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