Wie wir erst kürzlich erfuhren, ist unsere Freundin Charlotte am 3.1.2026 von uns gegangen. 🖤 Wir wollen sie in liebevoller Erinnerung behalten…❤️🔥 Für die, die sie kannten, aber auch für jene, die sie nicht kannten: Charlotte war ein unentbehrlicher Teil in der Geschichte der deutschsprachigen BB-Organisation. 🤩
Charlotte studierte über lange Zeit bei Bnei Baruch und war dem Rav tief verbunden. Sie hatte ein großes Herz für die Verbreitung der Kabbala und war mit außergewöhnlichem Engagement dort aktiv, wo es um Organisation, Struktur und Umsetzung ging. Sie organisierte Werbeauftritte für Rav und Kabbala-Kongresse, suchte geeignete Locations und brachte Menschen, Räume und Ideen zusammen – oft dort, wo andere noch gar nicht wussten, dass etwas entstehen könnte. 🤓
Geboren in Kärnten verbrachte sie die meiste Zeit ihres Lebens in München mit ihrem Mann Eldat. Dort wurde sie Teil der frühen Münchner Kabbala-Gruppe und prägte diese Zeit durch ihre Präsenz, ihre Energie, ihren Humor und ihre kompromisslose Art – ja, Halbheiten waren ihr fremd 😁 – wenn sie sich etwas widmete, dann voll und ganz. 🤩
Besonders wichtig war ihr Beitrag im Bereich der Verbreitung der Kabbala-Bücher von Rav. Sie war maßgeblich an den Veröffentlichungen beteiligt, arbeitete als Vertreterin von Bnei Baruch eng mit dem Kamphausen Verlag zusammen und setzte sich mit Klarheit und Hartnäckigkeit für die Inhalte ein, die ihr wichtig waren. 🌹
Liebe Charlotte,
wenn ich dich jemandem beschreiben sollte, der dich nicht kennt, fallen mir viele Superlative ein.
Du bist eine sehr feinfühlige, engagierte, kultivierte, kluge Frau, eine Kämpferin für das Gute, stark und unerschrocken. Du hast in den Anfängen von Bnei Baruch in Deutschland entscheidend und meinungsstark dazu beigetragen, Texte und Bücher zu übersetzen und dich um das Verlagswesen gekümmert. In der Vorbereitung zu den Kongressen warst du eine der fleißigsten Übersetzerinnen. Deine Meinung hast du furchtlos vertreten und mit deinen qualifizierten Äußerungen ziel-und gruppenorientiert zum Gelingen der Entscheidungsprozesse beigetragen.
Wir werden dich nie vergessen.
In Erinnerung – Ulrike
Als die Zehner-Struktur eingeführt wurde, engagierte sie sich maßgeblich in der Organisation der Zehner-Sekretärinnen und zeigte dabei großes Feingefühl im Umgang mit Menschen und Prozessen. Zur Zehnerarbeit der Frauen sagte sie einmal:
„Manche Sachen macht man zusammen, andere separat. Es darf keinen Druck geben in der Spiritualität.“
Sie war lange Zeit im WG1-Zehner aktiv. ❤️

Charlotte hat außerdem umsichtig und mit großer Verlässlichkeit an der Webseite kabacademy.eu mitgearbeitet, Studientexte, „Artikel des Tages“, Rav-Blog-Inhalte und insbesondere Kongresstexte übersetzt und organisiert. Vieles, was im Hintergrund selbstverständlich erschien, trug ihre Handschrift. 🤩
Neben aller Strukturarbeit war sie auch eine Frau, die anderen Halt geben konnte. Einer Freundin schrieb sie einmal:
„Nur nicht das Seil loslassen 😍 Alles erlaubt, schimpfen, frusteln, maulen – nur nie loslassen.“
Charlotte war klug, eigenständig und hatte keine Angst, ihre Meinung zu sagen – auch dann nicht, wenn sie nicht der offiziellen Linie entsprach. Gerade diese Aufrichtigkeit machte sie für viele zu einer wichtigen, manchmal auch herausfordernden Gesprächspartnerin. Sie wollte Rav Michael Laitman gerne stärker „vermarkten“ und setzte sich mit Leidenschaft dafür ein!
In späteren Jahren war sie überaus aktiv im Einsatz gegen Antisemitismus, besonders seit 2019, und zeigte auch hier eine überaus klare Haltung und persönliches Engagement. Die Ereignisse in Israel berührten sie tief, da sie sich stark mit dem irdischen Israel verbunden fühlte.
Ihre Lebenswege waren vielfältig: Als junge Frau verbrachte sie Zeit im Kibbuz und trug offenbar auch die Idee in sich, eines Tages wieder dorthin zurückzukehren. Vor ihrer Kabbala-Zeit praktizierte sie Tai Chi – auch das ein Ausdruck ihrer Suche nach innerer Ausrichtung und Disziplin.
Eine besondere Seite ihrer Persönlichkeit zeigte sich in ihrer Liebe zu der Kafka-Geschichte von der verlorenen Puppe – jener Erzählung von Verlust, Trost und einer Liebe, die sich verwandelt und auf andere Weise zurückkehrt. Vielleicht berührt gerade diese Geschichte etwas von Charlottes Wesen: ihre Ernsthaftigkeit, ihre Zuwendung, und ihre Fähigkeit, Sinn auch im Wandel zu sehen:
Als er 40 war, ging Franz Kafka (1883-1924), der niemals heiratete und auch keine Kinder hatte, in einem Berliner Park spazieren. Dort traf auf ein kleines Mädchen, das bitterlich weinte, weil es seine Lieblingspuppe verloren hatte. Gemeinsam suchten sie nach ihr, doch ohne Erfolg.
Kafka schlug dem Mädchen vor, sie sollten sich am nächsten Tag wieder treffen und weiter suchen. Am nächsten Tag überreichte Kafka dem Kind ein Briefchen von der Puppe, in dem stand:
„Bitte weine nicht, ich mache eine große Reise um die Welt zu sehen und werde dir von meinen Erlebnissen schreiben“.
So begann eine Beziehung, die bis zu Kafkas Lebensende währte. Wenn sie sich trafen, las Kafka dem Mädchen die von der Puppe sorgfältig „geschriebenen“ Briefe vor von Abenteuern, von Begegnungen, die das Kind wunderbar fand.
Nach einiger Zeit brachte er die (von ihm gekaufte) Puppe mit, die nach Berlin zurückgekehrt war. „Sie sieht aber meiner Puppe gar nicht ähnlich!“ rief das Mädchen. Auf dem letzten Brief stand: „Meine Reisen haben mich verändert!“
Das kleine Mädchen küsste die wiedergefundene Puppe und nahm sie glücklich mit nach Hause. Ein Jahr danach starb Kafka. Viele Jahre später fand das inzwischen erwachsene Mädchen ein kleines von Kafka unterschriebenes Zettelchen in der Puppe versteckt, auf dem stand: „Das, was du liebtest, gibt es wahrscheinlich nicht mehr, doch am Ende kehrt die Liebe auf ganz andere Weise zurück“
Charlotte hat viel gegeben – oft ohne viel Aufhebens darum zu machen. Sie war Teil der frühen Jahre, Teil der Entwicklung, Teil der Struktur, die heute vielfach selbstverständlich wirkt, aber Menschen wie sie brauchte, um entstehen zu können. Auch wenn viele neue Freundinnen und Freunde sie nicht persönlich kannten, war sie doch über lange Zeit eine der engagierten und tragenden Menschen im Hintergrund.
Am 9. Jänner 2025 schrieb sie:
(..) Ich folge BB und Rav noch, fühle mich sehr verbunden, aber ich möchte auch noch eine Weile im Hintergrund bleiben.
Ich habe in den letzten Jahren nach dem Tod von meinem Mann den für mich lange lange überfälligen orthodoxen Übertritt gemacht, der hier in Deutschland sehr zeitintensiv ist und besonders streng und auch mindestens doppelt so lange dauert wie in Israel. Es war in meinem Alter durchaus eine Herausforderung, denn da wird wirklich unglaublich viel verlangt. Da bleibt keine Zeit daneben für andere Dinge…
Nun ist es schon seit über einem halben Jahr geschafft und ich beginne mit den Aliah Formalitäten, die Einwanderung nach Israel. Auch das braucht Geduld, Zähigkeit, Zeit und Ausdauer. Eines kann ich aber aus der Praxis der letzten drei Jahre auf diesem Weg als Erfahrung sagen, dass dieser orthodoxe Weg durchaus die richtige und eine wichtige Ergänzung zum Studium der Kabbala ist.
Das habe ich auch immer so gesehen. (…) Im Gebet immer vereint 🤗😘👩❤️👩❤️🇮🇱❤️
Liebe Charlotte, wir wissen es nicht.. vielleicht sitzt du schon an der Seite von Baal HaSulam und Rabash, vielleicht bist du wieder inkarniert… 🦋 Charlotte, du hattest auch immer einen sehr trockenen Humor… Wo auch immer du bist, wir danken dir für alles, was du für die Kabbala, für uns und für Bnei Baruch gemacht hast. 🌹
Einmal werden wir alles wissen und alle in Dwekut mit dem Schöpfer vereint sein. 🤩
Im Namen aller Freunde –
Eli, Ulrike und Eugen
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